Leuchtend grüne Gliedmaßen, auffällig rote Augen, blau-orange gestreifte Flanken – der Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) ist eine der bekanntesten Tierarten Costa Ricas. Nachts aktiv und meist gut getarnt, gilt er als Symbol für die Artenvielfalt des Landes. Wer ihn in freier Wildbahn entdeckt, erlebt einen besonderen Moment – nicht nur wegen seines Aussehens, sondern auch wegen seiner Rolle im Ökosystem.
Ein Leben im Regenwald
Der Rotaugenlaubfrosch lebt in den tropischen Tieflandregenwäldern Mittelamerikas, bevorzugt in feuchten, warmen Regionen mit dichter Vegetation. Tagsüber ruht er auf der Unterseite großer Blätter, zusammengekauert, mit geschlossenen Augen – fast unsichtbar. Erst bei Dunkelheit wird er aktiv, auf der Suche nach Insekten und kleinen Wirbellosen.
Sein Lebensraum ist empfindlich. Veränderungen im Wasserhaushalt, Rodungen oder Klimaschwankungen können seinen Bestand gefährden. Deshalb steht er heute stellvertretend für den Schutz tropischer Lebensräume.
Fortpflanzung am Wasser
Zur Paarungszeit beginnt der Rotaugenlaubfrosch mit seiner charakteristischen Lautäußerung – einem kurzen, klackenden Ruf. Die Weibchen legen ihre Eier an Blättern über stehenden Gewässern ab. Nach dem Schlüpfen gleiten die Kaulquappen ins Wasser, wo sie sich weiterentwickeln. Innerhalb weniger Wochen verwandeln sie sich in Jungfrösche – ein beeindruckender, verletzlicher Prozess.
Besonders faszinierend: Die leuchtenden Farben des Froschs gelten als Abschreckung gegen Fressfeinde – ein Effekt, der als „Blitzfarbeneffekt“ bekannt ist.
Symbol für Vielfalt und Gleichgewicht
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