El Salvador – überraschend sicher und unglaublich schön

Mitte November hatte ich das Vergnügen nach El Salvador reisen zu dürfen. Gut vorbereitet mit mehreren Geldbeuteln, Gürteltaschen und professionellem Mückenschutz dachte ich, für alle Gefahren gerüstet zu sein – denn die Warnungen auf der Website des Auswärtigen Amts ließen viel Unangenehmes vermuten. Nach der Anreise mit Zwischenstopps in Madrid und Guatemala-Stadt erreichte ich am Abend die Hauptstadt San Salvador.

Nach einer erholsamen Nacht im renommierten 4,5-Sterne-Hotel starteten wir unsere Tour: Am Morgen fuhren wir nach La Libertad an die Pazifikküste. Hier machten wir einen Surfkurs, aßen lecker Seafood und entließen am Nachmittag sogar Baby-Schildkröten in ihr Leben im Ozean.

Die Aufzuchtstation FUNZEL betreut an der Küste vier der weltweit sieben vorkommenden Meeresschildkrötenarten: am Strand gelegte Eier werden behutsam ausgebuddelt und in der Station wieder verbuddelt. Mit einem bewegbaren Palmenblätterdach kann die Temperatur des Sandes durch Sonneneinstrahlung und somit das Geschlecht der Schildkröteneier beeinflusst werden – so kann das Projekt FUNZEL zumindest für die „eigenen“ Schildkröten, die immer wieder an den Strand zurückkehren, an dem sie geschlüpft sind, auf das Verhältnis von Männchen und Weibchen entsprechend der Arterhaltung einwirken. Wenn die Jungen geschlüpft sind, werden sie ca. eine Woche lang aufgezogen, damit sie groß und stark genug für das Leben im Meer sind. Danach setzt man sie am Strand aus und darf zuschauen, wie sie um die Wette ins Meer krabbeln.

Am Folgetag ging es dann zurück ins Inland. Über San Salvador fuhren wir nach Suchitoto, ein kleines verschlafenes, buntes Örtchen am Suchitlansee. Bei einer Bootstour zur Vogelinsel beobachteten wir viele verschiedene Vogelarten und einen beeindruckenden Sonnenuntergang am Abendhimmel.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Mayas: wir besuchten die Maya-Pyramide Tazumal und Joya del Ceren (seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe), was als „Pompeji Amerikas“ gilt, denn die Stätte wurde zuletzt im 4. oder 5. Jahrhundert durch bis zu 14 Ascheschichten in Folge eines Vulkanausbruches verschüttet und erst 1976 wiederentdeckt. Hier lässt sich das alltägliche Leben der Mayas gut nachvollziehen: wo standen ihre Lagerhäuser, wie haben sie (zusammen-)gelebt, welche Gemeinschaftseinrichtungen gab es… Auch hier waren wir überrascht, wie wenig überlaufen die Stätte ist: wir waren abgesehen von einer Handvoll anderer Besucher die einzige Kleingruppe.
Auf der Ruta de las Flores fuhren wir weiter nach Ataco, erkundeten dort die Umgebung und zwei Lagunen mit einem Buggy – eine spaßige und abenteuerliche, wenn auch gleich laute Art der Fortbewegung. Hier besuchten wir außerdem eine Kaffeefinca. Der Duft des gekauften Kaffees begleitete mich und meinen Koffer noch auf der gesamten Reise; zurück daheim kam er schnell in die Hände dankbarer Abnehmer. Denn: Kaffee aus El Salvador kann durchaus mit dem anderer lateinamerikanische Länder mithalten!

Mein Fazit zu einem Land, was trotz des vor 12 Jahren beendeten Bürgerkrieges immer noch verrufen ist: authentisch, vielfältig in jeder Hinsicht und wunderschön. Schon nach den ersten zwei Tagen und einem langen Gespräch mit unserem Guide merkte ich, dass El Salvador keineswegs unsicher ist – im Gegenteil: die Menschen sind wahnsinnig gastfreundlich, nett und bemüht, ihr Land voranzubringen. Auch das Reisen an sich ist sicher: die Straßen sind sehr gut, die Umwelt ist für mittelamerikanische Verhältnisse sehr sauber, es liegt nahezu kein Müll am Straßenrand, die Sehenswürdigkeiten sind sehr gepflegt und die touristisch eingesetzten Fahrzeuge sind in einem guten Zustand. Auch die Hotelinfrastruktur ist überraschend gut: die von uns besuchten Hotels haben unglaublich viel Flair, sind teilweise seit Generationen in Familienbesitz, überzeugen durch eine einmalige Lage, durch eine besondere Wohlfühl-Atmosphäre oder durch einzigartiges Interior – von allem und für jeden ist etwas dabei.

Es wird definitiv nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich El Salvador besucht habe: der Rest des Landes beherbergt eine Menge anderer sehenswerter Gegenden, z. B. Vulkane, die bestiegen werden können, die Strände im Südosten des Landes oder der Golf von Fonseca. Wenn Sie selbst einmal El Salvador und seine Nachbarländer kennen lernen möchten, empfehle ich Ihnen nachfolgende Reise:

Herzlichst,
Carolin Sachs

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